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Zur Feier ihres
20. Geburtstages hat sich die "Lungau Big Band"
ein schickes Outfit verordnet. Statt des sperrigen Bandnamens
ziert ein kosmopolitisch schlankes "LBB" das Cover des aktuellen
Albums "Soulmiles". Und, der Titel verrät es schon, auch
musi-
kalisch schlägt die ins Twen-Alter gekommene Salzburger
Bigband-Institution um Bandleader Horst Hofer überraschend
jugendliche Töne an. Statt diffiziler Bigband-Arrangements
regieren Soul- und Funk-Hymnen, und die eine oder andere
Ballade verspricht sogar Kompatibilität mit Hitradio-Formaten.
Auch als Gaststar hat sich die Band einen Sänger geholt, der sich
auskennt in den Charts: der Londoner Tony Momrelle sang zuvor
an der Seite von Sade, Elton John oder den Backstreet Boys.
Die Idee, Soul im voluminösen Bigband-Sound zu präsentieren,
habe ihn sehr gereizt, erklärt der Sänger.
Und auch der Musikindustrie gefiel die Idee: mit "Soulmiles"
kamen die Jazzer im Jubiläumsjahr prompt bei Universal Music
unter Vertrag. Wie reizvoll der Gedanke einer Melange zwischen
smartem Soul und handfesten Bläserklängen tatsächlich sein
kann, bewiesen Momrelle und die "Lungau Big Band" im Rahmen
ihrer Jubiläumstour 2003 in der Salzburger Stiegl Brauwelt und im
Flachauer Gutshof. Verbergen sich die Möglichkeiten eines solchen
Crossovers auf dem LBB-Album bisweilen ein wenig hinter den
Glätten einer poppigen Produktion, spielen die Lungauer live
jene Qualitäten aus, die sie seit langem als Top-Spieler in der
Bigband- Liga ausweisen: perfektionistisches Miteinander und
hervorragende Solisten bestimmen den Bandsound, der in den
vergangenen 20 Jahren auch schon Kapazitäten wie
Randy Brecker, Bob Mintzer oder Bobbby Shew zu
Kollaborationen lockte.
Auf der Bühne entfaltet die Bigband-Klangmaschine ihre volle
Leistung, die Soul-Klassiker erfahren im Zusammenspiel von
Momrelles Gesang und den solististischen Taten der LBB-
Musiker - etwa Robert Friedl und Kurt Gersdorf an den Saxofonen,
oder die Bandgäste Willi Langer und Christian Radovan - frische
Energie- schübe. Sogar der Faserschmeichler "Mercy, Mercy, Mercy"
erstrahlt da, von Wolfgang Pointner gitarristisch virtuos aufpoliert,
in neuem Glanz.
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